Eigene Beiträge

Herr Weber schrieb der Schule ...

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Montag, 06. Dezember 2004

 


... und überraschte uns mit einem eigenen Gedicht. Hier ist seine Mail

 

 


Liebe Schule!

Langsam beginne ich meinen "Ruhestand" zu genießen, aber machmal
vermisse ich doch die GGS-Gartenstraße.
Der Abschied wurde mir aber auch nicht leicht gemacht.
Für die vielen guten Wünsche, Geschenke und die mich bewegende
Abschiedsfeier möchte ich mich ganz herzlich mit einem kleinen Gedicht
bedanken.
(Eugen Roth möge mir verzeihen!)

Es grüßt der Hausmeister i.R.




Ein Mensch, nicht mehr ganz jung an Jahren
mit hoher Stirn und wenig Haaren,
fühlt in der Arbeit nur noch Frust,
vermißt die alte Schaffenslust.
Er dreht dem alten Amt `ne Nase,
begibt sich zur Schule an der Gartenstraße.

Hier heben sich seine Lebensgeister,
denn jetzt ist er ein Schulhausmeister.
Morgens darf er Türen aufschließen,
Lehrer, Kinder und Eltern begrüßen.
Er wirft an die Kaffeemaschine,
denn Kaffee vertreibt manch trübe Miene.
Zwischendurch mal `ne Reval
hilft ihm aus einem Arbeitstal.
Plötzlich ruft ein kleiner Knilch:
"Hausmeister, ich brauch die Milch."
Und wissen will `ne kleine Göre
wo denn ihr Kakao heut`wöre?

Neun Uhr vierzig ertönt die Bimmel;
jetzt beginnt das große Gewimmel,
und es schallt an seine Ohren:
Ball im Baum, meine Jacke verloren,
das Klo ist noch zu, mir fehlt ein Schuh,
hab was in der Klasse vergessen,
Mario hat mein Brot gegessen,
hast du meinen Ranzen gesehen,
ich bin gefallen und kann nicht mehr gehen,
Julia hat mich geschlagen,
ich könnt auch ein Pflaster vertragen,
es gibt noch einen Streit zu schlichten,
du kannst doch meine Brille richten?

Danach beginnt wieder das Unterrichten,
und der Mensch erfüllt jetzt andere Pflichten.
Nachmittags kommt dann die große Ruh,
und er macht die Schule zu.

Mit all dem jetzt leider Schluß muß sein,
da er stellt seine Arbeit ein.
In guter Ruh` er aber wird gehen,
weil er in guten Händen die Schule kann sehen.

Doch denkt er: "Mensch was hattest du Dusel,
weil du erlebtest das tolle Gewusel."
Und er wünscht sich keinen Jubelchor,
nein, nur 400 Kinderstimmen an sein Ohr.


...