Es war einmal...

Klassentreffen im guten alten Türmchenbau

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Im Jahre 1952 stand von unserer Schule nur der Türmchenbau. Die anderen Gebäude gab es noch nicht.

Im Türmchenbau war die evangelische Volksschule untergebracht.

Oben: Lehrer Arthur Führer mit seiner ersten Klasse

Unten: Lehrerin Waltraut Otterpohl mit zwei Klassen im Jahre 1953

 

Am vergangenen Samstag trafen sich 7 ehemalige Schulkinder, die auf den beiden Fotografien mitabgebildet sind, und tauschten Erinnerungen an ihre Schulzeit, die vor fast 60 Jahren im Türmchenbau stattfand, aus.

 

(Von links: Wolfgang Hoffmann, Siegfried Thiel, Dr. Johannes Kempelmann, Klaus Czaika, Marion Gladkowski,  Norbert Hues, Bernd Bittner.)

Es war für sie ein besonderes Erlebnis, nach dieser langen Zeit noch einmal in ihrem alten Klassenraum zu sitzen.

"Die Schulmöbel sind moderner, aber sonst hat er ich kaum verändert", meinten sie, und Herr Bittner  (rechts außen) erzählte: "Wir wurden dann später auch in dem früheren Schulgebäude in der Steinstraße unterrichtet. Unser Lehrer Herr Ewald Kraus hat übrigens die Bücherei in Hennef gegründet. damals noch in den Gebäuden an der Ecke Steinstr./ Frankfurter Str. neben der damaligen Polizei. Alle Lehrer des Lehrkörpers leben nicht mehr. Als letzte Lehrerin ist im Januar 2009 meine Mutter, Frau Waltraut Otterpohl, im Alter von 86 Jahren verstorben. Ich freue mich sehr, dass mein Klassenkamerad, Herr Siegfried Thiel, das Treffen vorbereitet hat. Es ist nicht unser erstes Klassentreffen; leider wird unsere Gruppe immer kleiner. Ich habe ein paar Fotos aus meiner Schulzeit vor über 50 Jahren in der Gartenstraße mitgebracht. Es sind auch zwei von unserer Fahrt nach Heidelberg dabei."

 

Von links: Wolfgang Hoffmann, Klaus Czaika, Bernd Bittner, Johannes Kempelmann und Siegfried Thiel.

 

Von links: Johannes Kempelmann, Marion Gladkowski, geb. Haase, und Hildegard Gerhardt

 

Lehrerin Waltraut Otterpohl und Lehrer Ewald Kraus auf einen Klassenfahrt


Das Lehrerkollegium; von links: Ewald Kraus, Arthur Führer, Waltraut Otterpohl, Horst Schütze, später Konrektor, und der damalige Hauptlehrer und spätere Rektor Karl Tscheuschner.

 

Herr Bittner wusste noch mehr aus seiner Schulzeit zu erzählen:

"Früher waren Lehrer, wie auch Pfarrer, Respektpersonen. Bei uns gab es auch Backpfeifen oder das Lineal auf die Finger oder die Bibel an den Kopf. Wenn wir zu Hause erzählt hätten, dass wir heiße Ohren in der Schule bekommen hatten, hätte es dort dasselbe nochmal gegeben. Bei mir persönlich war das anders, meine Mutter wusste das sofort.


Aber früher waren wir stolz, wenn wir die Tasche der Lehrerin oder der Lehrer tragen durften, wenn wir sie auf dem Weg zur Schule trafen. Im Turnunterricht haben wir noch marschieren gelernt, denn unser Lehrer Kraus war auch schon im 1. Weltkrieg gewesen.


Zum Unterricht: Wir wurden umfassend unterrichtet und auf ein breites Allgemeinwissen getrimmt. Wir wundern uns heute über die Unwissenheit der Kinder bei allgemeinen Themen. Der Rektor Tscheuschner begann seine Schulstunde grundsätzlich mit Kopfrechnen, egal welches Fach dran war. Zur Begrüßung standen alle Schüler auf, und abgefragt  wurde erst das kleine Einmaleins (3x7, 6x9 etc.), später das große. Das Ergebnis wurde ihm zugerufen, und wer richtig gerechnet hatte, durfte sich setzen. Das ging so, bis alle saßen oder der letzte sich schämte. Erst danach begann der Unterricht.


Wir haben bei der Feier festgestellt, dass wir eine gute Schulzeit  hatten und uns viel Wissen beigebracht wurde, das uns allen sehr geholfen hat. Jeder von uns hat ein fundierte Ausbildung bekommen."